VERHANDLUNG ÜBER HERTHA-EINSPRUCH
ER SPRICHT VOM ZWEITEN WELTKRIEG +++ ALLE INFOS JETZT IM LIVE-TICKER
25.05.2012 — 12:29 Uhr
Die Aussagen von Otto Rehhagel (73) vor dem DFB-Bundesgericht sorgen für Verwunderung. Der Hertha-Trainer spricht vom 2. Weltkrieg und vergleicht die Szenen von Düsseldorf mit der Loveparade-Tragödie in Duisburg von 2010, bei der 21 Menschen ums Leben kamen.
Herthas Kampf um den Klassenerhalt geht in die nächste Runde. Heute verhandelt das Bundesgericht des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB)die Berufung der Berliner gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts. In erster Instanz hatte Sportrichter Hans E. Lorenz (60) den Hertha-Einspruch abgewiesen. Kippt Bundesrichter Goetz Eilers (70) jetzt das Urteil?
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+++ 17 Uhr: Eilers ist genervt, weil die Unterbrechung mit Rehhagel Unruhe brachte. Außerdem brauchen die Zeugen zu lang in den Saal. Düsseldorfs Zeuge vom Sicherheitsdienst Michael Lindemann teilt Eilers mit, er brauche ihn nicht
+++ 16.55 Uhr: Rehhagel ist wieder im Zeugenraum. Schickhardt wieder im Verhandlungssaal. Es geht weiter
+++ 16.48 Uhr: Schickhardt geht in den Raum nebenan, wo Rehhagel mit den anderen Zeugen sitzt. Schickhardt und König Otto gehen raus in den Hinterhof und besprechen sich. Rehhagel telefoniert minutenlang
+++ 16.38 Uhr: Hertha-Anwalt Schickhardt: "Herr Rehhagel ist außer sich. Weil seine Aussage in Zweifel gezogen wird. Er möchte mich sprechen, eine Minute." Eilers: "Fünf Minuten Pause."
+++ 16.35 Uhr: Wingenbach: "Ich hatte keine Angst, dass mir was passiert. Ich habe die Spieler nicht verängstigt erlebt. Eher aggressiv und aufgebracht."
+++ 16:21 Uhr: Markus Wingenbach, der 4. Offizielle wird gehört. Er wiederholt, was er bereits letzte Woche aussagte. Wingenbach: "Nach Aussage der Polizei war die Sicherheit wieder hergestellt und der Platz und Innenraum geleert. Ich hatte absolut den Eindruck, die Sicherheit war wieder hergestellt."
+++ 16.18 Uhr: Rehhagel geht. Er hat deutlich gemacht, dass er das Spiel am Ende für irregulär hielt. Wie stark hat er damit die Richter beeindruckt? Klar ist: Sein Wort wirkt mehr, als das eines jungen Spielers. Fortuna-Anwalt Kletke hatte unter Vorlage von Fotos versucht, die Rehhagel-Aussagen zu entkräften. Diese zeigten unter anderem eine leere Coaching-Zone. Kletke führte außerdem vor, dass in der 94. Minute Felix Bastians für Ronny eingewechselt wurde. Daraus wird gefolgert, dass ein Coaching noch möglich gewesen sein muss
+++ 16.07 Uhr: Düsseldorf-Anwalt Kletke: "Waren seit der 85. Minute durchgehend Leute in ihrer Coachingzone?" Rehhagel: "Ja, da war dann auch eine Frau mit ihrem Kind da. Das habe ich noch nie erlebt! Und das in Düsseldorf, Klein-Paris. Ich dachte, da Lustwandeln die Leute nur."
+++ 15.57 Uhr: Rehhagel: „Wir waren nach dem 2:2 gut drauf und dann kommt der Platzsturm. Der hat sich nach dem 2:2 schon angedeutet. Es dürfen keine chaotischen Zustände herrschen, dass man in seiner Arbeit gehindert wird." Rehhagel hat deutlich gemacht, dass er in seiner Arbeit behindert war und seine Mannschaft nicht mehr erreichte
+++ 15:47 Uhr: Rehhagel zieht jetzt alle Register: „Sich da richtig zu verhalten, da muss man ein Übermensch sein. Da hat man natürlich ein bisschen Angst. Das man denkt, was passiert, wenn die Leute den Platz fluten. Man hat ja die Ereignisse im Kopf in Duisburg (Love-Parade-Tragödie, d.Red.), damals im Brüsseler Heysel-Stadion (39 Tote bei Tragödie im Mai 1985, d.Red.). Dass die Stimmung da anders war, kann man ja nicht beweisen. Wenn die Leute da loslaufen, bekommen Sie Angst, das ist doch logisch.“
+++ 15.46 Uhr: Rehhagel weiter: „Ich hatte so halb Angst. Ich weiß ja, was alles passieren kann. Ich saß 1943 im Keller, als die Amerikaner uns bombardierten.“
+++ 15.45 Uhr: Hertha-Trainer Rehhagel: "Wir waren auf einem guten Weg, noch zu gewinnen. Plötzlich standen Leute, auch Kinder um mich herum. Es wurde immer unruhiger. Da merkte ich: Jetzt ist es irregulär."
+++ 15.34 Uhr: Auf Bitten von Hertha-Anwalt Schickhardt wird jetzt Trainer Otto Rehhagel gehört. König Otto soll zur möglichen Schwächung der Mannschaft aussagen. Die Trainer-Legende muss jetzt zeigen, ob er auch am grünen Tisch gewinnen kann. Rehhagel zu seiner Person: "Ich brauche da doch nichts sagen. Wenn ich jetzt den Arm heb, macht es klick, klick, klick. Dann wissen die Leute in Australien, dass ich den Arm gehoben habe." Auflockerndes Schmunzeln im Saal. Das tut gut.
+++ 15:33 Uhr: Richter Eilers hat jetzt drei von 16 möglichen Zeugen gehört und eine Entscheidung über die Zulassung von Fotos getroffen. Eilers: "Wir bitten bei Verwendung der Bilder in jedem einzelnen Fall, wozu es verwendet werden kann im Sinne der Beweisführung." Herr Eilers entscheidet auch selbst, ob er Videos zulässt
+++ 15.09 Uhr: Die Aussage von Götz Bender ist abgeschlossen. Richter Eilers unterbricht die Verhandlung bis 15.30 Uhr. Die Atmosphäre ist heute ruhiger als vor einer Woche. Aber wirklich Neues gab es noch nicht
+++ 15.05 Uhr: Im Mittelpunkt steht jetzt das Verhalten von Herthas Spielern. Wird es als Angst vor der Situation im Stadion, oder Angst vor dem nahenden Abstieg gewertet? Zurzeit, geht es eher in Richtung: Angst und Sorge, dass der Abstieg nicht mehr zu verhindern sei.
+++ 15.02 Uhr: Die Aussage von Bender schwächt Herthas Argumente. Bender war an (nicht in) der Kabine. "Ich hatte nicht den Eindruck, sie waren verängstigt. Sie waren lautstark, sehr aufgeregt. Es war die Unsicherheit, wie geht es weiter? Erst ganz zum Schluss ist von Angst gesprochen worden. Ich habe in Erinnerung, Herr Herrich (Hertha-Geschäftsstellenleiter, Anm.d.Red.) sprach von Angst. Ich erinnere mich nicht, dass ein Spieler davon sprach." Nachfrage des Beisitzers: "Es gab zu keiner Zeit eine Ablehnung, wieder aufs Feld zu gehen?" Bender: "Aus meiner Sicht nicht."
+++ 14.47 Uhr: Götz Bender, der DFL-Projektleiter für die Relegationsspiele sagt jetzt aus
+++ 14.45 Uhr: Diskussionen um Fotos dauern an. Fortuna-Anwalt Kletke will wissen, welches Bild wann und von wem gemacht worden ist. Kletke will eigene Bilder vorlegen. Das überrascht den Richter Eilers, dies war nicht angekündigt. Nun wird diskutiert.
+++ 14.29 Uhr: Um seine Argumente zu untermauern, zeigt Hertha-Anwalt Schickhardt jetzt Fotos von umstrittenen Szenen. Eilers sieht sich die Bilder an, noch ist offen, ob sie zugelassen werden.
Die Anwälte diskutieren immer noch, was mit diesen Fotos anzufangen ist. Richter Lorenz hatte die Fotos und Videos in der ersten Verhandlung nicht zugelassen
Die Anwälte diskutieren immer noch, was mit diesen Fotos anzufangen ist. Richter Lorenz hatte die Fotos und Videos in der ersten Verhandlung nicht zugelassen
+++ 14.22 Uhr: Fortuna-Anwalt Kletke: "Herr Ziewer, sind während des Spiels Spieler behindert worden?" Ziewer: "Da konnte ich keine Behinderung sehen." Auch ein Ball stand immer zur Verfügung. Damit sieht die Düsseldorfer Seite die ordnungsgemäße Durchführung als gegeben. Hertha gelingt es zurzeit noch nicht, zu belegen, dass das Spiel irregulär war
+++ 14:19 Uhr: Die große Frage bei der heutigen Verhandlung ist, ob der Innenraum vor Anpfiff der letzten 90 Sekunden wirklich leer war
+++ 14:04 Uhr: Ziewer zum Zustand der Mannschaften: "Die Gesichter der Spieler waren auf beiden Seiten ratlos. Ich habe niemanden gesehen, der verängstigt war."
+++ 14.02 Uhr: Bei der Aussage von Ralf Ziewer wird deutlich, dass er keinen vollständigen Überblick über die Situation hatte. Aber er vermittelt, dass die Gesamt-Situation für ihn nicht beängstigend war
+++ 13.58 Uhr: Als Nächster wird Ralf Ziewer aus der DFB-Sicherheits-Abteilung aussagen
+++ 13.53: Stark hat seine Aussage beendet und bleibt bei seinen Vorwürfen gegen die Hertha-Spieler. Seine Aussage war sachlich und ohne Widersprüche
+++ 13.42 Uhr: Eilers möchte jetzt verhindern, dass über die Zeit nach dem Spiel geredet wird. Das war vor einer Woche ein großes Thema. Da kamen schwere Anschuldigungen gegen Kraft, Lell, Mijatovic und Kobiaschwili. Eilers sieht die Aggressionen der Berliner nach dem Spiel möglicherweise nicht im Widerspruch zu möglichen Angstzuständen
+++ 13.38 Uhr: Fortuna-Anwalt Horst Kletke ist jetzt an der Reihe und fragt Stark nach einer Garantieerklärung. Stark: "Herr Preetz fragte mich vor der Kabine, ob ich die Sicherheit der Spieler gewährleisten kann. Das kann ich nicht, das ist auch nicht meine Aufgabe. Dafür ist Polizei und Ordnungskräfte zusändig." Kletke: "Ist Ihnen eine Aussage der Polizei bekannt, dass die Sicherheitslage nicht mehr zu gewährleisten sei, wenn das Spiel abgebrochen würde?" Stark: "Nein." Das stärkt die Argumentation der Düsseldorfer, die sagen, das Spiel wurde regulär zu Ende gebracht
+++ 13.37 Uhr: Allein Starks Aussage dauert schon fast eine Stunde. Das Ganze wird sich heute ziehen. Ob es heute noch ein Urteil gibt? Immerhin gibt Eilers sich Mühe die Leitung straff zu halten
+++ 13.31 Uhr: Jetzt nimmt Hertha-Anwalt Schickhardt Schiri Stark ins Verhör
+++ 13.20 Uhr: Eilers will wissen, ob Stark unter Druck stand, das Spiel zu Ende zu bringen. Stark: „Ich wurde in keiner Weise gedrängt, das Spiel fortzusetzen. Die Initiative ging von mir aus. Weder Polizei noch Sonstige drängten mich fortzusetzen."
+++ 13.16 Uhr: Stark sagt deutlich: "Wäre die Sicherheit nicht gewährleistet gewesen, hätte ich das Spiel abgebrochen. Das ist glasklar."
+++ 13.09 Uhr: Eilers hakt bei Stark ständig nach. Es geht nicht darum, den Schiri unglaubwürdig zu machen. Aber darum, dass es unmöglich war, in dieser unübersichtlichen Lage alles im Blick zu haben
+++ 13.05 Uhr: Eilers beurteilt die Aussage von Schiedsrichter Stark völlig anders, stellt viele Fragen. Hatte Richter Lorenz Stark noch als Opfer gesehen, ihn ausführlich über Attacken der Spieler reden lassen, interessiert sich Herr Eilers intensiv für Starks Vorgehen während der Unterbrechung. Eilers: "Herthas Spieler waren also aufgebracht. Was haben Sie dann getan, mit wem haben sie dann telefoniert?" Stark: "Herr Wingenbach informierte den Ansprechpartner, dass das Spielfeld und der Innenraum zu räumen ist und die Polizei sollte grünes Licht geben, die Sicherheit sollte wie zu Anpfiff gewährleistet sein."
+++ 12.59 Uhr: Eilers zeigt bereits jetzt, dass er die Verhandlung anders führt, als Richter Lorenz vor einer Woche. Eilers unterbricht Stark häufig, fragt warum Stark sich so sicher ist, dass die Fans nur feiern wollten. Eilers fragt auch genauer, wo die Fans standen. Stark: "Solange die Zuschauer keinen Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen, muss der Schiedsrichter nicht eingreifen."
+++ 12.58 Uhr: Schiedsrichter Wolfgang Stark über die letzte Spielunterbrechung: „Es kamen sehr viele Zuschauer auf das Spielfeld. Mir war es wichtig das Spielfeld zu verlassen um der feiernden Masse zu entgehen. Ich hatte keine Angst. Sie sind einfach zu früh auf das Spielfeld gelaufen. In den Katakomben wurden wir von Berliner Seite bedrängt.“ Hertha hatte dagegen mit Angst vor den Fans argumentiert.
+++ 12.49 Uhr: Eilers eröffnet die Beweisaufnahme und bittet Schiedsrichter Wolfgang Stark in den Saal. Der hatte in der ersten Verhandlung massiv mehrere Hertha-Profis belastet. Lewan Kobiaschwili habe ihn geschlagen. Gegen Kobiaschwili liegt eine Anzeige vor.
+++ 12.46 Uhr: Auch Raffael ist mitsamt Dolmetscher als Hertha-Zeuge benannt. Er soll sich während der Unterbrechung massiv Sorgen um seine Familie auf der Tribüne gemacht haben
+++ 12.43 Uhr: Eilers verliest den Schiedsrichterbericht: „Es fielen Bengalos aus dem Gästeblock. Auch nach dem 2:2 flogen wieder Feuerwerkskörper." Nach 95.53 Minuten gab es einen Platzsturm. nach 12 Minuten rief der Schiri die Mannschaften zur Fortsetzung des Spiels auf. Düsseldorf folgte, Berlin zögerte. Nach 21 Minuten wurde das Spiel fortgesetzt, dann nach 1.33 Minuten abgepfiffen.
+++ 12.41 Uhr: Die Zeugen haben den Saal verlassen. Eilers fährt fort. Hertha legte am Dienstag um 9.44 Uhr innerhalb der Frist Berufung ein. Heute sollen neue Zeugenaussagen das Blatt zugunsten von Hertha wenden. Auch Fotos und Videos will Schickhardt zeigen. Doch auch Düsseldorf hat diesmal Spieler dabei. Und einen Physio. Was aus diesen Aussagen wird, dürfte Sprengstoff beinhalten...
+++ 12.34 Uhr: Richter Eilers hat die Verhandlung eröffnet und stellt die Anwesenheit fest. Für Berlin: Hertha-Präsident Gegenbauer, Manager Preetz, Geschäftsstellenleiter Tom Herrich, Anwalt Christoph Schickhardt. Für Fortuna ist Finanzboss Paul Jäger, Anwalt Kletke und Pressesprecher Niemann vor Ort. Für den DFB-Kontrollausschuss sitzt Norbert Weise hier. Der DFB hat als Zeugen Götz Bender (DFL), das Schiri-Gespann Wolfgang Stark, Mike Pickel und Markus Wingenbach, Ralf Ziewer (DFB-Sicherheitschef) und Sven Mühlenbeck (Veranstaltungsleiter bei der Fortuna) geladen. Hertha-Zeugen: Rehhagel, Co-Trainer Covic, die Spieler Raffael, Kraft, Niemeyer und Mijatovic. Zeugen für Düsseldorf: Spieler van Den Bergh, Juanan, Physio Speckenbach und Sicherheitsmann Lindemann
+++ 12.32 Uhr: Es geht los. Die Delegationen haben im Sitzungssaal "Sepp Herberger" Platz genommen. Richter Goetz Eilers hat den Saal betreten. Die Videowand ist bereit - es kann losgehen.
+++ 12.30 Uhr: Die erste Überraschung: Hertha hat Trainer Otto Rehhagel (73) einfliegen lassen, der bei der ersten Verhandlung nicht geladen war. Rehhagel könnte der Trumpf der Berliner in der Verhandlung werden.
+++ 12.26 Uhr: Die Parteien fahren in Taxis beim DFB vor und gehen schnurstracks in den Verhandlungssaal Sepp Herberger
Die „Fußball-Schande von Düsseldorf“ und ihre Folgen. Sportlich gesehen sind die Berliner schon abgestiegen, aber rechtlich noch lange nicht. Denn im Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna und Düsseldorf und Hertha BSC am 15. Mai kam es zu schlimmen Szenen: Bengalo-Randale aus beiden Fan-Lagern, Spiel-Unterbrechungen und Platzsturm.
Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt (57) setzt heute auf die Kraft der Bilder. In erster Instanz waren diverse Videos und Fotos abgelehnt worden. Heute hingegen werden sie zugelassen.
Es droht ein längerer Prozess! Denn auch Fortuna wird mit neuem TV-Material aus den Katakomben und Zeugen nach Frankfurt reisen.




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