Überblick: Wer schafft die Europa-League-Qualifikation?

Power oder Gelassenheit, wer hat im Fernduell das bessere Konzept? Kölns Coach Frank Schaefer oder Herthas Trainerroutinier Otto Rehhagel?
Die wohl brisanteste Frage beim Saisonfinale: Wer ist der zweite Absteiger, wer rettet sich eventuell doch noch über die Relegation? Die Antwort geben die Partien des 1. FC Köln gegen den FC Bayern sowie der Berliner Hertha gegen Hoffenheim.
Die Ausgangslage ist klar: Hertha ist bei zwei Zählern Rückstand auf die "Geißböcke" zum Siegen verdammt, um zumindest seine theorethische Chance zu wahren. Es scheint fraglich, ob die "Alte Dame" in der Lage ist, sich nochmals zu einer Energieleistung aufzuraffen. Nicht bundesligareife Vorstellungen gegen Lautern (1:2) und in Schalke (0:4), schwache Heimbilanz (3/3/10), Unruhe im Umfeld - Torun wurde ohne Angaben von Gründen suspendiert - sowie nicht zuletzt die Rückkehr von Ex-Trainer Markus Babbel ("Ich werde meine Mannschaft heißmachen!") lassen die Nerven in der Hauptstadt blank liegen. Zum Personal: Die Berliner können wieder auf Niemeyer und Kobiashvili bauen, Lells Einsatz (Fußprellung) dagegen ist fraglich.
Podolski sagt Good-bye: Mit Verzögerung?
Sicherlich nicht einfacher ist die Aufgabe der Kölner gegen die Bayern, auch wenn Trainer Jupp Heynckes bei den Münchnern wohl vor den anstehenden Endspielen (Pokal, Champions League) wieder einige Stammkräfte schonen wird. FC-Coach Frank Schaefer stellte seiner Elf am Sonntag die Willensfrage - gelingt es den Rheinländern, den von Schaefer vorgelebten Optimismus und die Energie auf den Platz zu bringen? Für Podolski ist es nicht nur wegen des Existenzkampfes eine besondere Partie - der Nationalstürmer will vorangehen, damit es vor seinem Wechsel zum FC Arsenal nicht das letzte Spiel im Kölner Dress sein wird. Bei einem Sieg der Hertha reicht den "Geißböcken" aufgrund der schlechteren Tordifferenz ein Remis übrigens nicht.
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Lässt der BVB auch den Punkterekord purzeln?
Von ganz unten im Tableau nach ganz oben: Dortmund hat sich nicht nur wegen seines erneuten Titelgewinns in die Geschichtsbücher eingetragen, sondern ist auch das beste Auswärtsteam in der Liga-Historie. Gelingt gegen Freiburg ein Dreier, wäre die Klopp-Elf auch noch punktbester Deutscher Meister aller Zeiten. Barrios (zu Guangzhou Evergrande) wird verabschiedet, auch für Kagawa könnte es seine Abschiedsvorstellung im BVB-Dress werden. Der SC beeindruckte mit einer fabelhaften Rückserie (27 Zähler) und bewies beim 4:1 gegen Köln, dass auch der bereits feststehende Klassenerhalt nicht vor Lust am Fußball "schützt". Gelingt das auch bei der Borussia?
Aus zwei mach eins - und aus vier mach eins
Das größte Gerangel herrscht in der Liga im Wettstreit um einen Platz an den internationalen Fleischtöpfen. Europa League heißt das Ziel von nicht weniger als sechs Teams. Zwei davon, der Fünfte aus Leverkusen (51 Punkte) und Verfolger Stuttgart (50), haben zumindest die Qualifikation schon sicher, Platz fünf aber berechtigt direkt für die Gruppenphase. Bayer hat das Gastspiel in Nürnberg (42) vor der Brust, der VfB empfängt Besuch aus Wolfsburg (44). Auch diesen beiden Teams winkt noch eine freilich mehr oder minder kleine Chance auf das lukrative Geschäft, die natürlich nicht leichtfertig verspielt sein will.
Schmadtke vor dem Abgang - Bremen vor dem Umbruch
Die wohl auf dem Papier leichteste Aufgabe hat Hannover (45), das Absteiger Kaiserslautern vor heimischer Kulisse empfängt und die besten Karten hat, (zum zweiten Mal in Folge) die Europa-League-Qualifikation zu schaffen. Gewinnt 96, nutzen dem Club und den "Wölfen" eventuelle Siege nichts mehr. Wenn die Niedersachsen den drohenden Abgang von Manager Jörg Schmadtke, der um Vertragsauflösung gebeten hat, sowie die jüngste Durststrecke (ein Punkt und null Tore aus drei Spielen) aus den Köpfen kriegen, sollte der angestrebte Dreier auch machbar sein.
Huntelaar oder Gomez?

Gewohntes Bild: Klaas-Jan Huntelaar jubelt. Mit 27 Treffern geht der Schalker mit hauchdünnem Vorsprung vor Mario Gomez (26) ins Rennen um die Torjägerkanone.
© imago
In diesem Fall schaut auch Bremen (42), das Schalke empfängt, international in die Röhre. Ob Werder im Falle des Falles bei einer Europareise überhaupt konkurrenzfähig wäre, scheint beim derzeitigen Ausverkauf fraglich: Wiese (Ziel noch unbekannt) und Marin (FC Chelsea) gehen definitiv. Silvestre, Borowski und Rosenberg erhalten keinen neuen Vertrag, Boenischs und Pizarros Verbleib ist fraglich. Derlei (Personal)-Sorgen hat S04 trotz des Abgangs von Raul nicht, Platz drei und die Königsklasse sind in trockenen Tüchern, ein entspannter Saisonausklang vorprogrammiert. Zumindest für einen steht aber noch ein Fernduell an: Huntelaar hat sich im Kampf um die kicker-Torjägerkanone am letzten Spieltag einen Ein-Tore-Vorsprung auf Bayerns Gomez erarbeitet und würde diesen sicherlich gerne verteidigen.
Gute Unterhaltung, einen gelungenen Saisonabschluss sowie viele Tore erhoffen sich die Fans bei den Partien zwischen Augsburg und Hamburg sowie Mainz und Gladbach. Der Ausgang dieser Paarungen hat für die Teams bis auf die Borussia, die Platz vier bereits zementiert hat, nur noch Einfluss auf die endgültige Tabellenposition.
Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 03.05., 10:37 Uhr
Huntelaar will die kicker-Torjägerkanone
Klaas Jan Huntelaar hat Großes vor. Der FC Schalke 04 hat mit Platz drei den direkten Einzug in die Champions League erreicht. Jetzt will der niederländische Nationalstürmer im letzten Spiel am Samstag in Bremen die erfolgreiche Saison krönen und sich die kicker-Torjägerkanone sichern. Huntelaar liefert sich ein Fernduell mit Bayern Münchens Mario Gomez. Der "Hunter" hat vor dem Showdown mit 27 zu 26





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